...nein, nein nicht ich schon wieder ;-)
Aber ich möchte gern mal darüber schreiben was mich sehr bewegt. Immer wieder hört man und liest man, eine Familie hat sich bewusst für ein behindertes Kind entschieden.
Geht das? Für mich ist das nur möglich wenn man ein behindertes Kind adoptiert oder in Pflege nimmt.
Worte haben für mich viel Bedeutung. Nicht jeder kommt damit klar wenn ich sie gern mal auf die Goldwaage lege...
Kein Mensch wünscht sich in der Schwangerschaft ein Kind mit einer "Behinderung". Wenn man sich bewusst für ein Kind entscheiden kann, heißt das ja auch, dass man sich dagegen entscheiden kann.
Bei allem Respekt für jeden der eine Diagnose in der Schwangerschaft verarbeiten muss. Ich stelle mir das bei weitem schwieriger vor als wenn man das Baby im Arm hält...
Für mich fällt man die Entscheidung ganz klar wenn das Kind gezeugt wird (im besten Fall ist es dann eine bewusste Entscheidung)
In Deutschland hat man das Recht diese Entscheidung noch hinterher zu fällen. Wer gibt einem das Recht? Kann ein Mensch einem anderen das Recht geben? Wegen der Selbstbestimmung?
Auf der anderen Seite ist es verboten aktive Sterbehilfe zu leisten. Sogar wenn es auf Wunsch des Betroffenen ist. Wir haben nicht das Recht ein Leben für nicht mehr lebenswert zu halten.
Woher kommt dann das "Recht" ungeborenes Leben (bis zu Geburt!) für nicht lebenswert zu halten, wegen einer Behinderung, wegen eines Jobs, wegen den Finanzen, wegen dem falschen Zeitpunkt, weil ein Vater es sich kurzfristig anders überlegt oder aus tausend anderen wichtigen oder nichtigen Gründen.
Warum schreibe ich das hier? Es ist so normal das ständig die Entscheidung über Leben und Tod getroffen wird. Es macht mich so unendlich traurig, der Gedanke an die vielen, vielen Kinder die keine Stimme haben...